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Nawalny, Nowitschok, Nord Stream 2 - Versuch der Analyse einer Nebelwand

Es hat den Anschein - zumindest habe ich den Eindruck -, als erwartete die eine oder der andere, dass ich mich zur Causa Nawalny äußere. Muss ich das? Nein, muss ich eigentlich nicht, denn mein Faible für Russland bezieht sich auf dessen Kultur und Geschichte - und nicht auf die russische Tagespolitik, weil es für mich als Deutschen ungefähr 27 Millionen gute Gründe gibt, mich mit deren Bewertung zurückzuhalten. Ich tue es ausnahmsweise in diesem Fall dennoch, um um auf einige Tatsachen hinzuweisen, die in der Berichterstattung der Leit- und Qualitätsmedien wenn überhaupt, dann nur am Rande und in Fußnoten Erwähnung finden.

Dummheit und Idiotie - eine erweiterte Begriffsbestimmung

Hin und wieder, mitunter auch häufiger, verwende ich die Begriffe Idiot und Idiotie beziehungsweise das Adjektiv idiotisch zur Beschreibung von Personen und Sachverhalten, was in der Regel falsch, nämlich pejorativ oder gar beleidigend verstanden wird. Die Begriffe sind meinerseits aber deskriptiv gemeint, die Beleidigung oder Abwertung ist die Interpretation des Lesers. Deshalb möchte ich hier etwas ausführlicher erläutern, weshalb die Begriffe beschreibender Natur sind.

Warum ich mich für Russland engagiere - eine Erklärung in eigener Sache

Mir fiel jüngst auf, dass mein intensives Interesse an und mein hin und wieder lautstarkes Engagement für Russland bei Menschen, die mich kennen, für Irritationen sorgte, die sich in etwa in der Frage zusammenfassen lassen, ob ich nun völlig völlig durchgeknallt wäre. Nein, bin ich nicht, ich bin noch genauso irre, wie ich schon immer war. Allerdings spielt eine meiner, nun ja, Eigenheiten durchaus eine gewisse Rolle, nämlich Dinge entweder gar nicht zu tun - oder eben konsequent bis zum Ende, egal, wie das aussehen könnte. Somit bleibt die Frage, warum mir Russland mittlerweile so wichtig ist, dass ich mich in dieser Art exponiere.

Identität, Diversität und Gender Equality - Szenen einer Orwellschen Diskurs-Transformation

In Debatten zu den Themen Identität, Diversität und Gender Equality fällt mir immer wieder auf, dass die Verfechter der Diversität - "bunt ist meine Farbe" - die Begriffe hin und her schieben, wobei oft nicht zu unterscheiden ist, ob das mangelnder Sachkenntnis oder vermeintlich "argumentativer" Opportunität geschuldet ist. Da wären zunächst die Begriffe Toleranz und Akzeptanz, die gerne synonym verwendet werden. Den Äußerungen der Befürwortern von Diversity und Gender Equality im heute "korrekterweise" verstandenen Sinne ist in aller Regel zu entnehmen, dass ihnen der signifikante, weil kategorische Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz nicht bewusst ist - oder dass sie ihn leugnen.

The Grand Chessboard - USA vs. Russland. Idioten, Imperialisten und Geostrategie

Am 26. Juni 2020 kam das Gerücht in die Medien, die Russen hätten den Taliban Kopfgeld für US-Soldaten angeboten. Obwohl der Director of National Intelligence (DNI) am 28.06. dementierte (und das Verteidigungsministerium am 01.07.), ist es den Wahlkämpfern der Demokraten weiterhin Munition für ihren Kandidaten und die deutschen Leit- und Qualitätsmedien kolportieren das Gerücht bis zum heutigen Tag (Screenshot, Quelle).

The Grand Chessboard - USA vs. Russland. Nuland, die Thinktanks und Biden

Erinnert sich noch jemand an Victoria "F**k the EU" Nuland? Vermutlich eher nicht, aber sie war nie weg, sondern wirkte nach Trumps Wahlsieg im Hintergrund und nun wittert sie angesichts der schlechten Umfragewerte für Trumps Wiederwahl Morgenluft, in Bidens Crew wieder am ganz großen Rad der Weltpolitik mitdrehen zu dürfen, wie sie schon einmal tat.

Russland verstehen - ein historischer Exkurs

Jedes Mal, wenn ich mich mit Themen rund um das Verhältnis der USA, der EU und der NATO zur Russländischen Föderation befasse, bin ich wieder erstaunt, dass Politiker, Militärs und Politikwissenschaftler in den USA und der EU sich praktisch ohne historisches Bewusstsein anmaßen, Urteile über Russland, China, die arabische Welt - kurz: über alles außerhalb ihrer Lebenswelt - abzugeben, dass sie diese Welt außerhalb der ihren maßregeln, disziplinieren und letztlich dominieren wollen. [1 Hinweis]

Das Märchen von einer ukrainischen Nationalgeschichte - die Fakten

Am 18. Juni 2020 wurde in ZDFinfo die dreiteilige Dokuserie "Inside NATO" gezeigt, deren Erstausstrahlung am 11. September 2019 erfolgte. Im dritten Teil mit dem Titel "Krieg und neue Feinde" war etwas zu sehen, was angeblich nie stattfand und anderenorts de facto nie gezeigt wird - Hans-Dietrich Genschers Statement vom 2. Februar 1990 zur Absprache der 2+4-Verhandlungspartner, die Grenzen der NATO nicht nach Osten auszuweiten, auch nicht in die gerade dahinscheidende DDR. Genscher war von 1974 bis 1992 deutscher Außenminister (Bundesminister des Auswärtigen).

Totalitarismustheorie - Arendt, Brzeziński und die Linke

Es gibt in der Politikwissenschaft wohl keine zweite Theorie, die so vehement diskutiert, so intensiv gehasst, so häufig politisch missbraucht und dabei so oft missverstanden wurde wie Hannah Arendts Totalitarismustheorie. Das ist einerseits erstaunlich, weil sie so schwer auch nicht zu verstehen ist, andererseits verständlich, weil getroffene Hunde halt bellen. Kurios ist die bis heute gepflegte vehemente Ablehnung der Theorie nach Hannah Arendt seitens der Linken, insbesondere deshalb, weil dieselbe Fraktion - oder jene Vertreter, die sich für "links" halten - die gleichnamige Version des Imperialisten und Globalisten Brzeziński mehr oder weniger umstandslos in ihren Fundus ideologischer Versatzstücke übernahmen. Wie und warum es dazu kam, möchte ich in diesem Text erörtern.

Johannes Agnoli und die deutsche Linke - Analyse einer Groteske

Anlässlich der Ereignisse in Leipzig-Connewitz zum Jahreswechsel 2019/2020 fragte ich mich ziemlich erstaunt, woher dieser Furor kommt, der sich da entlädt. Zorn und Renitenz sind natürlich ein Spezifikum jugendlicher Revolte gegen die Alten und deren Verständnis von der Welt, das ging mir in meiner Jugend nicht anders und ich habe mir beides bis heute erhalten, wie meine Leitmotive Etiam si omnes, ego non (Auch wenn alle mitmachen, ich nicht - Philipp Freiherr von Boeselager) und Я всегда буду против (Ich werde immer dagegen sein - Jegor Letow) verdeutlichen. Absolut unverständlich sind mir der blinde Hass, der sich da entlädt, und die leit- und qualitätsmediale Ignoranz bezüglich desselben.

Das Hufeisen und das Wiehern der Politprediger

Vor einigen Monaten in den Vor-Corona-Zeiten, als es in Deutschland noch so etwas wie einen politischen Diskurs gab, wurde im Gefolge der Thüringer Landtagswahl die Debatte um die sogenannte "Hufeisentheorie" reanimiert, und zwar im Tenor genauso dämlich, wie sie schon immer war, seit Uwe Backes im Jahr 1989 das Hufeisenschema für seine Extremismustheorie übernahm - er hat es nicht erfunden, sondern von Armin Mohler adaptiert.

Zum Tod von Eduard Limonow

"Ich hasse es, euch Ausländern Russland zu erklären. Ihr versteht es eh nicht." - Eduard Limonow ist tot. Heute wurde bekannt, dass Limonow gestern, am 17. März, in Moskau im Alter von 77 Jahren verstarb. Wie beschreibt man Limonow am besten - er war lebenslanger Dissident, Politdesperado, begnadeter Schriftsteller, Inspirator und Leitbild für zwei, drei Generationen zorniger, junger Menschen in Russland.

1945 - Erinnerungen meiner Mutter an das Kriegsende

Am 9. Mai 2020 jähren sich der Tag der Kapitulation des Deutschen Reiches und damit das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa zum 75. Mal. Das ist mir Anlass, die Erinnerungen meiner Mutter Renate Kupfer an jene Zeit hier zu veröffentlichen - sie war damals elf Jahre alt. Ich fand den mir bis dahin unbekannten Text im Nachlass meines Vaters und ich weiß nicht, wann und aus welchem Anlass er entstand.

Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion - Bericht aus den Memioren von Dr. Rudi Kupfer

Der Anlass für diesen Text ist ein Artikel in der Onlineausgabe des Magazins "Russia Beyond the Headlines". Eigentlich ist es weniger der nicht besonders erbiebige, weil zu oberflächliche, aber mit interessanten Bildern versehene Text von "Russia Beyond" selbst, sondern es sind vielmehr die teilweise revisionistischen bis grotesk dämlichen Kommentare deutscher Leser zum Artikel, die mich bewogen, den nachfolgenden Text zu verfassen, mit dem ich einige sachdienliche Ergänzungen zum Thema Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion aus den Memoiren meines Vaters liefern kann.

200 Jahre Karl Marx

Um den 5. Mai d.J. herum durften oder mussten wir - je nach politischer Einstellung, die heutzutage meist nicht mehr als eine Befindlichkeit und mithin seltener im Kopf, dafür umso öfter im Bauch angesiedelt ist - den 200. Jahrestag der Geburt von Karl Marx, einem der größten oder gefährlichsten - ebenfalls je nach politischer Einstellung - Denker der Neuzeit, feiern oder bedauern - auch dies je nach ... Sie wissen schon.

Der Fall "Glaser for Bundestagsvizepräsident", der Staat und die Religionsfreiheit

Da erdreisten sich die dummerweise in den Bundestag gewählten Islamhasserrassistennazis und quasi fleischgewordenen Inkarnationen all dessen, was es sonst noch Böses auf der Welt gibt, doch tatsächlich, unverschämterweise ihren Wunschkandidaten als Bundestagsvizepräsident durchsetzen zu wollen!