Dienstag, 27. Juni 2017
 

George Soros

Der unvermeidliche Finanz-Hansdampf auf allen Märkten jagt mal wieder eine Sau durchs Dorf...

Soso, die Eliten. Ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll. Einerseits ist George "Down with the D-Mark" Soros zwar eine schillernde und vermutlich deshalb interessante Figur, seriös ist aber wirklich anders. Andererseits halte ich weder irrlichternde Politclowns wie Danny Cohn-Bendit noch abgehalfterte Figuren wie Jean-Luc Dehaene (der Premier einer zutiefst korrupten Bande im Rahmen der Dutroux-Affäre, die fast zur Selbstauflösung Belgiens geführt hätte) noch Egomanen wie Jockel Fischer noch den Jugoslawienkrieger Solana - um nur einige zu nennen - für das, was ich Elite nennen würde, nämlich die Verbindung von Kompetenz und Integrität in der Autorität.

Was die drei Forderungen im Einzelnen angeht - die erste und zweite sind de facto die Forderung einer Euro-Diktatur, wobei die erste ("die Errichtung eines gemeinsamen Finanzinstituts, das dazu in der Lage ist, finanzielle Mittel für die Eurozone als Ganzes zu beschaffen") bei der derzeitigen und vermutlich auch künftigen Verfasstheit der Politiker nichts anderes wäre als eine Lizenz zum Gelddrucken. Die dritte Forderung verlangt nicht weniger als das Finden des Steins der Weisen, denn eine "Strategie, die sowohl wirtschaftliche Konvergenz als auch Wirtschaftswachstum erzeugt" suchen die Menschen, seit sie sowas wie kapitalistisches Wirtschaften betreiben - ohne auch nur ansatzweise eine einigermaßen konkrete UND konsensfähige Vorstellung zu haben, wie die aussehen könnte. Die Literatur dazu füllt von Colbert und Adam Smith über Ricardo und Marx, Keynes und Samuelson bis Friedman ganze Bibliotheken. Ich halte es für höchst zweifelhaft, dass ausgerechnet "Eliten" von der Qualität der Unterzeichner oder auch "Sachkundige" wie Rösler und Weidmann das Rätsel um diesen Stein der Weisen lösen.