Sonntag, 25. Juni 2017
 

Sascha Lobo in Stalingrad

Merkt es niemand? Wirklich niemand? Genügen das Etikett "SPON", ein rotgefärbter Irokese und die Schublade "Irgendwie links, aber hundertprozentig liberal-grundgesetzdemokratisch" wirklich, um ein anmaßend bildungsdünkelhaftes und seltsam verschwurbelt naziverkacktes Pamphlet unter die Leute zu bringen, die das dann quasi reflexartig liken, teilen und "Ich hab's ja schon immer gesagt!"-bejubeln, ohne dass auch nur einem Leser auffällt, was für ein Dreck das eigentlich ist?

Ja, ich meine naziverkackt, was nicht heißt, dass es sich dabei um eine nationalsozialistische Haltung handelte - mit der könnte man sich wenigstens auseinandersetzen -, sondern hier manifestiert sich eine perfide Mischung aus ziemlich alten Ressentiments, reflexartigen Aversionen und gänzlich unverstandenen Geschichtssplittern, die dann als bräunliches Mentalejakulat aus den Einlassungen dieses Zeitgenossen trieft. Und ja, es scheint offensichtlich so zu sein, dass die oben erwähnten Etiketten den sich als irgendwie links, irgendwie liberal Verstehenden als Ausweis argumentativer Satisfaktionsfähigkeit genügen - ich habe mich stundenlang durch die Kommentare gescrollt und keine signifikante Kritik gefunden, womit ich nicht die allfälligen, substanzlosen "Selber doof!"-Zweizeiler meine.

Sascha Lobo in Stalingrad Ach ja - fast hätte ich vergessen zu erwähnen, worum es überhaupt geht, also der Reihe nach. Vor einigen Tagen rutschte mir ein Posting von Spiegel online in die Facebook-Timeline (was mir künftig nicht mehr passieren wird), in welchem ein Artikel des Spiegel-Kolumnisten Sascha Lobo, auch bekannt als das Frisurwunder vom Prenzlauer Berg, beworben wurde und das wie ein Faustschlag aufs Auge wirkte - ich habe es im nebenstehenden Bild dokumentiert. In diesem "Hilferuf an die mindestens durchschnittlich Begabten" [1] reiht Herr Lobo einige mehr oder oder weniger eloquent formulierte Platituden aneinander, die allesamt ebenso banal wie sattsam bekannt wie langweilig wie nutzlos sind. Deshalb gehe ich nicht näher darauf ein, bemerkenswert ist allenfalls die sinnentstellte Wiederverwertung eigener Zitate, wenn Lobo schreibt: "Schon 2012 schrieb Frank Schirrmacher die Einsicht: 'Nicht die Anonymität, sondern der ansteigende Grad der NICHT-anonymen Hass-Kommentare und -Mails […] ist beunruhigend.'" Im Original stand da noch: "Das Anonymitätsverbot, das vermeintliche Mittel zur Verbesserung des Miteinanders im Netz, es wirkt schlicht nicht. Das ist eine verstörende Erkenntnis. Aber keine neue. Frank Schirrmacher, der verstorbene frühere Herausgeber dieser Zeitung, twitterte schon im April 2012 anlässlich des antiisraelischen Gedichts von Günter Grass: 'Nicht die Anonymität, sondern der ansteigende Grad der nicht-anonymen Hass-Kommentare und Mails, von Sarrazin bis Grass, ist beunruhigend.'" [2] Für jeden, der des verstehenden Lesens mächtig ist, wird klar, dass Schirrmacher mit seiner Kritik auf die verbalen Entgleisungen einer Gruppe abzielte, zu welcher der feine Herr Lobo sich offenkundig auch zählt - die intellektuellen Eliten dieses seltsamen Landes.

Doch die meint Lobo nicht, sondern er schwadroniert über völlige Gedankenlosigkeit, das Fehlen elementarster Dialogfähigkeiten, das Misslingen simpelster gedanklicher Verknüpfungen und die dümmstmögliche Reaktion - alles bekannt und von mir schon vor zwanzig Jahren beklagt, als ich noch hauptsächlich im Usenet schrieb. [3] Allerdings macht Lobo eine andere Ursache [4] aus, nämlich diese: "Die OECD hat herausgefunden, dass in allen Ländern die Social-Media-Nutzer gebildeter sind als der Bevölkerungsdurchschnitt. Außer in Deutschland. Ausgerechnet hier ist es andersherum: je dümmer, desto Social Media." Na also, der ungebildete und deshalb ohnegleichen dumme, dämliche, blöde Mob ist schuld! Wie gut, dass der feine Herr Lobo Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation - was immer das auch sein mag - studiert hat und den höheren, akademisch geweihten Bildungsständen angehört. Hier offenbart Herr Lobo einen nachgerade wilhelminischen Bildungsstandesdünkel, gepaart mit einer ordentlichen Portion Sozialdarwinismus - wer nach seinem Verständnis ungebildet ist, ist per se dumm und gehört aus den sozialen Netzwerken ausgeschlossen, dem ist als soziale Teilhabe allenfalls der Stammtisch in der Eckkneipe gestattet. Das Kuriose an Lobos Darstellung ist, dass ihm mit seinem Traktätchen der unwiderlegbare Nachweis gelungen ist, dass formale Bildung und Dummheit eben keine Antagonismen sind, sondern dass auch ein Mensch mit formal hoher Bildung ein ausgemachter Dummschwätzer und - frei nach Eckhard Henscheid - Blindlaberer sein kann.

Aber was sagt die OECD-Statistik wirklich aus? Lobo hat zur Referenzierung seiner Behauptung auf einen Twitter-Eintrag verlinkt und die sind ja bekanntlich für Menschen mit einer Aufmerksamkeitsspanne von 140 Zeichen gemacht. (Twitter will mit Beginn des nächsten Quartals Einträge mit 10.000 Zeichen ermöglichen - für wen eigentlich? [5]) Also sehen wir einfach bei der Originalquelle nach, was dem Lobo offenkundig zu mühselig war und - wie sich zeigen wird - eh nicht in seine "Argumentationslinie" gepasst hätte. In ihrem Bericht "Government at a Glance 2015" hat die OECD unter anderem eine Erhebung über die Nutzung der sozialen Netzwerke erstellt, zu finden unter dem Topic "Social media use by governments". [6] Sie vergleicht die Nutzungsfrequenz zweier Kohorten, von denen die erste eine niedrige oder keine formale Bildung aufweist, die zweite eine hohe formale Bildung. Für Deutschland kommt die OECD zu dem Ergebnis, dass die Nutzung der Netzwerke innerhalb der Gruppen für die mit niedriger oder keiner formale Bildung 51% und für die mit hoher formaler Bildung 42% beträgt, wohlgemerkt als "Share of social media users within population groups with different educational attainment levels", was keinesfalls impliziert, dass die Social-Media-Nutzer in Deutschland ungebildeter sind als der Bevölkerungsdurchschnitt, wie der Lobo behauptet. Denn einerseits ist vom Bevölkerungsdurchschnitt nirgendwo die Rede, zumindest nicht in diesem Teil der Studie, andererseits handelt es sich um relative Werte innerhalb der jeweiligen Kohorte, wir erfahren nichts über die tatsächlichen Nutzerzahlen.

Die nächste Frage, die sich jedem halbwegs denkfähigen Leser nun stellt, ist die, wie die OECD die Kohorten definiert, wie die Bildungslevel umrissen sind. Auch dazu gibt die Studie Auskunft, eine Seite vorher, auf Seite 146, lesen wir dazu: "'High formal education' refers to to ISCED levels 5 or 6, 'low or no formal education' refers to ISCED levels 0, 1 or 2." Der ISCED ist der International Standard Classification of Education, der insgesamt 8 Level umfasst. [7] Die Level 5 und 6 umfassen praxisorientierte, berufsspezifische tertiäre Bildung und tertiäre oder gleichwertige Abschlüsse, z.B. Bachelor, staatlich geprüfter Techniker oder Meisterbrief. Der Tertiärbereich besteht in Deutschland aus Hochschulen und Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien und Fachschulen bzw. Fachakademien, die außerhalb des Hochschulbereichs liegen. Die Level 0, 1 und 2 umfassen als Level 0 die gesamte vorschulische Erziehung bis zum Beginn der schulischen Grundbildung, als Level 1 eine Grundbildung in Lesen, Schreiben und Rechnen und als Level 2 die erste Stufe der Sekundarbildung. Diese erste Stufe der Sekundarbildung ist in Deutschland die Sekundarstufe I und zu der gehören u.a. die Hauptschule, die Realschule, die verbundenen Haupt- und Realschulen (Regelschule, Sekundarschule, Mittelschule, Oberschule, Erweiterte Realschule), die Gesamtschule bis einschließlich Klasse 10 und das Gymnasium bis einschließlich Klasse 9. Das heißt, dass die OECD-Studie Haupt-, Real- und Gesamtschulabschlüsse als niedrige formale Bildung bewertet und der formal hochgebildete Herr Lobo hat noch einen draufgesetzt und mit seiner oben zitierten Behauptung nichts anderes gesagt, als dass alle Haupt-, Real- und Gesamtschulabgänger per se und ausnahmslos dumm sind! Da hilft kein Relativieren und kein "Das hat er nicht so gemeint", das und nichts anderes sagt Herr Lobo, auch wenn er sich dieser Tatsache möglicherweise nicht bewusst war, als er den Stuss in die Tastatur hackte.

Dessen nicht genug, dem formal niedrig gebildeten, aber des fortgeschrittenen, freihändigen Denkens mächtigen Leser fällt beim Betrachten der Statistik in ihrer graphischen Form ein zweiter Sachverhalt auf. Je höher die sozialen und Bildungsstandards und je größer die Bildungsteilhabe aller sozialer Schichten eines Landes sind, desto dichter liegen die Werte der prozentualen Teilhabe der beiden Kohorten an den sozialen Netzwerken beieinander. In Finnland, Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Island, Norwegen und der Schweiz sind die Werte gleich hoch oder gar fast deckungsgleich. Je niedriger diese Standards sind, desto weiter gehen die Werte auseinander, z.B. in der Türkei, in Griechenland, Portugal, Spanien, Italien, Großbritannien und Ungarn. Dass die OECD-Studien zu dem Ergebnis kommt, in Deutschland betrage die Teilhabe an sozialen Netzwerken von Menschen mit niedriger formaler Bildung nach den ISCED-Kriterien 51% und die von Menschen mit hoher formaler Bildung 42%, bedeutet nur, dass dieses Phänomen den vergleichsweise hohen sozialen Standards und dem ebenfalls vergleichsweise hohen Bildungslevel der Sekundarstufe 1 hierzulande geschuldet ist.

Nun kann sich der Herr Studiosus der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation - ob er das Studium abschloss, verschweigt seine Vita - Sascha Lobo aussuchen, als was er gelten möchte. Entweder er ist trotz diverser Vorlesungs- und Tutoriumsstunden zum Thema "Statistik und Datenanalyse" zu dämlich, eine einfache Statistik zu interpretieren. Dann ist er ein zwar formal hochgebildeter Kohortenbewohner, aber dennoch de facto ein bloßer Schwafler. Oder er hat den Leser in voller und hochmanipulativer Absicht und der - freilich offenkundig berechtigten - Hoffnung, es werde schon keiner so genau hinschauen, in die Irre geführt und mit einem rhetorischen Taschenspielertrick eine Schlussfolgerung generiert, die nicht nur dummdreist-dünkelhaft und populistisch, sondern schlicht gelogen ist angesichts dessen, was in der OECD-Studie tatsächlich steht. Dann ist er ein verdammter Lügner.

Man sollte meinen, das genüge, aber nein, einmal so richtig in Fahrt gelingt es dem feinen Herrn Lobo nicht, die Bremse zu finden. Er lässt sein peinliches Traktat in einem Aufruf gipfeln: "Bitte, mindestens durchschnittlich Begabte, kommt zu uns ins Netz! Diskutiert mit, redet mit, zeigt euch! Lasst uns nicht allein mit den stumpfen Horden. Kommt! Wir halten nicht mehr lange durch im digitalen Stalingrad der Vollidiotie." Lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen - der Kampf der deutschen Truppen in Stalingrad, auf den Lobo sich offensichtlich bezieht, war nach seiner Sicht einer gegen die Vollidiotie, gegen "stumpfe Horden". Zur Erinnerung - die Schlacht um Stalingrad war ein strategischer Höhe- und psychologischer Wendepunkt im Krieg des Deutschen Reiches gegen die Sowjetunion. Diese Schlacht ist die bekannteste und war aus strategischer Sicht die vielleicht bedeutendste des Zweiten Weltkrieges, denn sie nahm die Niederlage der deutschen Wehrmacht vorweg. [8] Im Rahmen des "Unternehmens Blau", der Sommeroffensive 1942 der deutschen Wehrmacht mit dem Ziel, die sowjetischen Ölfelder im Kaukasus einzunehmen, sollte Stalingrad erobert werden. Stalingrad wurde wegen der industriellen und geografischen Bedeutung und wegen des Symbolwerts als bedeutendes Operationsziel eingestuft. Allein in den ersten Tagen der Schlacht bei den vorbereitenden Luftangriffen wurden über 40.000 russische Zivilisten getötet. Sind das die "stumpfen Horden" Ihres grotesk misslungenen metaphorischen Vergleichs, Herr Lobo? Weil nicht alle Bewohner aus der Stadt evakuiert werden konnten, verhungerten und erfroren weitere 75.000 bis 100.000 Russen - Alte, Frauen und Kinder - in Erdlöchern, in denen sie Schutz suchten, denn die Stadt war von der Wehrmacht durch Bombardierung und Artilleriebeschuss dem Erdboden gleichgemacht worden. Meinen Sie diese Menschen und das unglaubliche Martyrium, das sie durchlitten, mit "stumpfe Horden", Herr Lobo? Oder sind es die ungefähr 500.000 Gefallenen der Roten Armee? Sind sie wirklich so vollständig geschichtsresistent, dass sie nicht merken, wie zynisch sie mit Ihrer strunzdämlichen Metapher die russischen Opfer dieses, von unseren Vätern und Großvätern angezettelten, Irrsinns verhöhnen?

BTW - da Ihnen als formal Hochgebildeter natürlich ein Offiziersdienstgrad zusteht - als was sehen Sie sich im "virtuellen Stalingrad der Vollidiotie" kämpfen - als Hauptmann der Wehrmacht, als Hauptsturmführer der Waffen-SS? Bitte, verraten Sie es dem geneigten Leser!

Für die Wehrmacht scheiterte das Unternehmen desaströs. Am 19. November 1942 begann die Operation "Uranus" der Roten Armee, in der die Truppen der Wehrmacht von den sowjetischen Großverbänden der Donfront unter Generaloberst Rokossowski und der Südwestfront unter Armeegeneral Watutin innerhalb von fünf Tagen eingeschlossen wurden. Die deutsche Luftwaffe wurde durch den erstmaligen Einsatz des Luftjägers Lawotschkin La-5 in größerer Zahl in der Defensive gehalten. Am 23. November wurde der Ring um Stalingrad geschlossen, als die Stalingrader Front bzw. Südfront der Roten Armee unter Generaloberst Jerjomenko die Zangenbewegung der sowjetischen Großverbände abschloss. Damit war die 6. Armee unter Generaloberst Paulus völlig von sowjetischen Truppen eingekesselt. Am Ende der Kämpfe nach der Kapitulation der deutschen Truppen am 2. Februar 1943 waren etwa 150.000 deutsche Soldaten gefallen oder im Kessel verhungert oder erfroren, rund 108.000 Soldaten gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der nur 6.000 Überlebende bis 1956 zurückkehrten. Merken Sie wirklich nicht, dass Sie auch diese Toten verhöhnen, wenn sie Ihr ebenso larmoyantes wie selbstgerechtes Genörgel über das idiotische Geschreibsel einiger Vollpfosten in dieser abstrusen Stalingrad-Metapher gipfeln lassen?

Also, Herr Lobo, suchen Sie es sich aus, als was Ihre phänomenale Fehlleistung Sie ausweisen soll - als Lügner oder als veritablen Idioten im Glucksmannschen Sinne: "Der Standpunkt des Idioten steht unverrückbar fest: Er urteilt über alle und jeden, über sich selbst läßt er von niemandem urteilen. Nach Dostojewskij ist der Idiot kein Mensch mit einer spezifischen Dummheit. Er verkörpert alle Dummheiten, doch eben nur latent, in keine schlüpft er richtig hinein; gerade durch seine Einfachheit läßt er sich nicht fassen. [...] Der Dumme führt sich auf, als wäre er Herr über das Ding. Der Idiot, als wäre er Herr über den Code. Dem Dummen kann es passieren, daß er vom Hundertsten ins Tausendste gerät und, wie Bouvard und Pecuchet, in eine endlose Suche hineinschlittert. Der Idiot läßt sich nicht so leicht aus der Fassung bringen; er urteilt, ohne selbst beurteilt zu werden; die Erfahrung kann ihm nichts anhaben, selbst wenn sie ihn zu widerlegen scheint, denn diese Widerlegungen sind ja auch zu interpretieren. Und wer soll dies tun? Wer, wenn nicht er? Die Idiotie ist ein höchstinstanzliches Gericht; in ihr findet die verunsicherte Dummheit ihre Daseinsbedingung, nämlich die sichere Ruhe." [9] Aber vielleicht sind Sie auch nur das, was ein Freund vermutete, als ich mich vor drei Tagen am Telefon echauffierte - ein simpler Honorarschreiber, der seinem Auftraggeber das liefert, was er von seinen Kolumnisten erwartet - Aufmerksamkeit in Gestalt von Klicks, Likes und Shares. Die Idioten wären dann lediglich jene, die klicken, liken und teilen. Mag sein, ich halte dennoch solche subtil wirkenden Halb- und Unwahrheiten und manipulative Fehlurteile wie die Ihren in Ihrem hier erörterten Traktat für gefährlicher für den öffentlichen Diskurs, so man noch von einem solchen reden kann, als das Gestammel einer Meute virtuell streunender Hassposter. Denn Ihnen, Herr Lobo, ist qua Spiegel-Kolumne eine gewisse Deutungs- und Meinungsmacht zugewachsen, aus der sich auch eine gewisse Verantwortung ergibt - Lohnschreiber hin oder her.

[1] Lobo, Sascha: Hilferuf an die mindestens durchschnittlich Begabten. Spiegel online. 20.01.2016 [http://www.spiegel.de/netzwelt/web/lobo-kolumne-hilferuf-an-die-mindestens-durchschnittlich-begabten-a-1072955.html] Stand 23.06.2016

[2] Lobo, Sascha: Keine Anonymität ist auch keine Lösung. FAZ online. 21.01.2015 [http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/klarnamen-im-netz-keine-anonymitaet-ist-auch-keine-loesung-13381486.html] Stand 23.06.2016

[3] Siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Usenet

[4] Ich hatte seinerzeit die mangelnde Übung im bzw. generelle Unfähigkeit zum Umgang mit der Echtzeitkommunikation ohne Gestik und Mimik, ein grundlegendes Mißverständnis zum Verhältnis von Daten und Informationen (als de facto Gleichsetzung beider) und ein unqualifizierter und oft emotionsgesteuerter Umgang mit der Möglichkeit des sofortigen Publizierens der Texte in Echtzeit als Ursachen für dieses Phänomen ausgemacht - das alles unabhängig vom Bildungsgrad der Schreiber, weil nach meiner Erfahrung Schreiber mit höherem Bildungsgrad nicht minder stark zu diesem Symptomen neigen als solche mit niederigerem Bildungsstand. Ich sehe das auch heute noch so, wobei die massenhafte Verbreitung der Smartphones und so genannter sozialer Medien die Sache schlimmer gemacht hat. Seinerzeit, im vergangenen und Anfang dieses Jahrtausends nannten wir solche verbal enthemmten Dispute "flame war", heute heißen sie "shitstorm" - das sagt eigentlich alles über die Qualität derselben.

[5] Siehe hier: http://recode.net/2016/01/05/twitter-considering-10000-character-limit-for-tweets/

[6] OECD: Government at a Glance 2015. 06.07.2015 [http://www.oecd-ilibrary.org/governance/government-at-a-glance-2015_gov_glance-2015-en] Stand 23.06.2016 (Entsprechender Topic im Inhaltsverzeichnis: Social media use by governments)

[7] Siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/International_Standard_Classification_of_Education

[8] Siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Stalingrad

[9] Glucksmann, André: Die Macht der Dummheit. Frankfurt a.M., Ullstein 1988. Erstausgabe: La Bêtise. Paris, Edition Grasset & Fasquelle 1985