Sonntag, 25. Juni 2017
 

Kolberg - Kołobrzeg: Ein Reisebericht

Kolberg ist ein lohnendes Urlaubsziel, wenn man eine herb-spröde und zugleich sehr romantische Landschaft mag - und einen ruhigen Urlaub, denn das Leben in der Stadt ist ausgesprochen entspannt und wirkt mitunter fast kontemplativ. Die Stadt ist zwar in wirtschaftlicher Hinsicht vom Tourismus abhängig, lässt den Touristen das aber kaum spüren.

Die Orientierung am Tourismus ist natürlich präsent, vom anderenorts üblichen Nepp, Tinnef und Tand bleibt man - von einem kleinen Straßenabschnitt in der ul. Rodziewiczówny im Kurviertel und einem fast putzig wirkenden Bereich am Ende des Strandboulevards am Hafen abgesehen - jedoch verschont. Die Einheimischen, so mein Eindruck, legen gegenüber den Touristen ein freundlich-entspanntes Desinteresse an den Tag, was ich sehr angenehm fand, und dennoch kommt man mit Deutsch überall bestens klar. Die Stadt ist sehr sauber, so sauber, dass ich Skrupel hatte, meine Zigarettenkippen einfach - wie ich es aus Berlin kenne - auf den Boden fallen zu lassen, ich habe es dann auch nicht getan, sondern selbige in einen kleinen Taschenaschenbecher entsorgt, den ich mir vor der Reise zulegte. Ich habe keinen einzigen Hundehaufen, praktisch keinen Müll auf den Straßen und nur an einem verfallenen, vor der Sanierung stehenden Haus eine dieser debilen Pissmarken gesehen, die man hierzulande euphemistisch Graffiti nennt. Bemerkenswert fand ich auch, dass die polnischen Autofahrer im Alltag ihre Hupe offenkundig nur gemäß ihrer eigentlichen Bestimmung benutzen, nämlich um andere Verkehrsteilnehmer vor drohenden Gefahren zu warnen. Das einzige Hupen, dass ich in den Tagen hörte, kam von einem deutschen Touristen, der wohl meinte, auf diese Weise einen Polen über die Przepisy ruchu drogowego, die polnischre StVO, belehren zu müssen. Am Rande gefragt - ist eigentlich mal jemandem aufgefallen, dass die motorisierten Vollpfosten hierzulande die Hupe vorzugsweise dann betätigen, wenn an der Situation eh nichts mehr zu ändern ist? Warum ich diese, nun ja, Petitessen erwähne? Weil sie eine Menge über die Verfasstheit einer Nation und Zustand einer Gesellschaft aussagen. Was das - insbesondere in Bezug auf unsere hiesige - sein könnte, mag sich jeder selbst zurechtinterpretieren.

Bei der Stadterkundung fällt sofort auf, dass man beim Wiederaufbau der nach Kriegsende fast völlig zerstörten Stadt offensichtlich andere Prioritäten setzte, als das in Deutschland der Fall war. In der Bundesrepublik setzte man auf das, was man wohl unter Pragmatismus verstand und was diese gesichts- und charakterlosen Innenstädte mit den glatten Fassaden zur Folge hatte. In der DDR hatte man - von Ostberlin und dort konkret Stalinallee und Alexanderplatz - wohl keine städtebaulichen Prioritäten irgendwelcher Art, man reparierte eher schlecht als recht zum Zwecke der bloßen Unterbringung der Menschen, stampfte ab 1972 im Rahmen des 1971 auf dem VIII. Parteitag der SED beschlossenen Wohnungsbauprogramms genormte Neubauviertel aus dem Boden - und ließ in den folgenden Jahren den Restbestand der Altbauten verfallen. Natürlich wurden auch in Westdeutschland - jeder Berliner kennt das Hansa-Viertel, das NKZ und die Gropiusstadt - und in Polen Neubau- und Plattenviertel hochgezogen, die Kolberger sind auf den Fotos vom Turm des Mariendoms gut zu erkennen. Doch in Kolberg, wie auch beispielsweise in Danzig, Gdingen, Warschau und Krakau, versuchte man schon beim Wiederaufbau in den Zeiten des Sozialismus, das alte Gesicht der der Stadt zu rekonstruieren, was in der DDR, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht passierte, wobei der Unterschied hier deshalb besonders bemerkenswert ist, weil in beiden Ländern der Wiederaufbau unter sozialistischem Regiment stattfand. In Kolberg zeigt sich das daran, dass man versuchte, die Fassaden der neuen und wieder aufgebauten Häuser dem Charakter und Stil der zerstörten Bürger- und Patrizierhäuser anzupassen, was insgesamt gut gelungen ist. Obwohl sie nach dem Krieg de facto nicht mehr existierte, hat man heute in der Altstadt das Gefühl, tatsächlich in einer solchen zu sein. Ich denke, das Interesse nicht nur am bloßen Wiederaufbau, sondern an einer Rekonstruktion der Städte hat unter anderem seine Ursache in dem pragmatischen Patriotismus der Polen, einer Eigenschaft, die den Deutschen offenbar vollständig abhanden gekommen ist und die sich beispielsweise schon im Kleinen darin zeigt, dass vor dem Kolberger Rathaus eben nicht der blaue Lappen hängt, sondern die polnische Nationalfahne oder dass auf den Autokennzeichen eher selten das durchaus als Symbol für Volltrunkenheit interpretierbare blaue Signet mit dem Sternenreigen prangt, dort dafür um so öfter die polnischen Nationalfarben zu sehen sind.

Für ein so kleines Städtchen mit gerade mal 47.000 Einwohner hat Kolberg recht große, gut ausgestattete und ausgesprochen professionell gepflegte Museen, genau genommen sind es drei, die zusammen unter der Verwaltung des städtischen Museums stehen: das Muzeum Historii Miasta w Pałacu Braunschweigów (Museum der Stadtgeschichte im Braunschweigschen Haus) in der ul. Armii Krajowej, das Muzeum Oręża Polskiego (Museum polnischer Waffen) in der ul. Emilii Gierczak und das Kołobrzeski Skansen Morski (Kolberger Meeres-Freilichtmuseum) in der ul. Bałtycka am Port Rybacki an der Reduta Solna (Salinenschanze, 1832-1836 errichtete Wasserfestung als Bestandteil der Festung in Kolberg, die ab 1770 gebaut wurde). Man kann als Spezialangebot ein Dreifachticket für alle Museen erwerben, das, wenn ich mich recht erinnere, vierzehn Tage gültig ist. Besonders beeindruckt hat mich das Museum polnischer Waffen und dort insbesondere die Freiluftausstellung, deren Exponate sich in einem bemerkenswert guten Zustand befinden und keine wetterbedingten Verfallserscheinungen wie abblätternde Farbe und Rost zeigen, die das museale Vergnügen des Besuchers in manch anderer Freiluftausstellung dieser Art doch arg beeinträchtigen.

In den Museen wird deutlich, dass es offensichtlich auch in Polen Bereiche bzw. Zeitabschnitte gibt, mit denen sich die dortige Geschichtsschreibung schwertut. Im Museum der Stadtgeschichte wird zum Beispiel die pommersche Historie, die 1255 mit der Verleihung des Stadtrechts durch Wartislaw III., Herzog von Pommern-Demmin, begann, nur beiläufig erwähnt und die preußische Geschichte, die 1648 mit dem Westfälischen Frieden begann, findet auf einer Schautafel von einem anderthalben Quadratmeter Platz, die sich im Wesentlichen mit der Entwicklung Kolbergs zum Kur- und Seebad unter preußischem Regiment befasst. Während die pommersche und preußische Geschichte zwar nur äußerst knapp, aber doch wenigstens angerissen wird, findet die Zeit der Volksrepublik Polen, die von Juli 1944 bis September 1989 immerhin 45 Jahre existierte, erstaunlicherweise sowohl im Stadtmuseum als auch im Museum polnischer Waffen keinerlei Erwähnung, was in letzterem Fall dadurch besonders kurios wird, weil praktische alle der zahlreichen und gut gepflegten Freiluftexemplare russische bzw. sowjetische Waffen aus genau dieser Zeit sind. Man hat also das Kunststück fertiggebracht, zahlreiche Waffen einer Armee zu zeigen, ohne dieselbe auch nur einmal beim Namen zu nennen. Der war übrigens Siły Zbrojne Polskiej Rzeczypospolitej Ludowej - Streitkräfte der Volksrepublik Polen.

Ebenfalls mit keinem Wort wird die Tatsache erwähnt, dass die Großelterngeneration der heutigen Bewohner Kolbergs im Zuge der Westverschiebung Polens und im Rahmen der euphemistisch - zynisch trifft es wohl eher - "Repatriierung" genannten Zwangsumsiedlung der Polen aus den östlichen Landesteilen in Richtung Westen und eben auch nach Kolberg kam. Im Mai 1945 lebten nach der Evakuierung noch ca. 2.000 Deutsche in Kolberg, die in den Folgemonaten vertrieben wurden und es kamen im Zuge der massenhaften Zwangsumsiedlung - man schätzt, dass dies ca. 2 Millionen Polen betraf - Menschen aus ostpolnischen Gebieten nach Kolberg. "Das schwere Schicksal der Bewohner in den polnischen Ostgebieten begann mit der sowjetischen Okkupation im September 1939. Ab Sommer 1941 gerieten diese Gebiete unter deutsche Herrschaft. Schließlich folgte ein blutiger polnisch-ukrainischer Bürgerkrieg und zuletzt die Vertreibung der Polen in die deutschen Ostgebiete." [Quelle]. Der im Zitat erwähnte Bürgerkrieg war allerdings keiner, sondern ein Massaker seitens ukrainischer Nationalisten an der polnischen Bevölkerung Wolhyniens und Ostgaliziens unter der Regie von Stepan Bandera und seiner OUN und UPA, dessen heute in Polen als Rzeź wołyńska - Wolhynisches Gemetzel - gedacht wird. In der Ukraine gedenken die, nun ja, Demokraten der Ereignisse ganz anders, nämlich mit zahlreichen Denkmälern für Bandera, hier ein besonders hübsches in Lwiw (Lwów, Lemberg), und seine Mordbande, die in der Westukraine als Helden verehrt werden.

Dieser kleine, historische Exkurs trifft - um Missverständnisse zu vermeiden - lediglich Feststellungen und impliziert hinsichtlich Polens keinerlei Wertung (bezüglich der Ukraine dagegen durchaus), denn wer bin ich, das ich das Recht hätte, über den Umgang des polnischen Volkes mit seiner Geschichte zu urteilen - angesichts der in ihren gemeinsamen Aspekten komplizierten Historie unserer Länder und vor allem als Bewohner eines Landes, dessen Einwohner - und allen voran dessen Regierung, Politiker und selbsternannte oder tatsächliche Eliten aller Couleur - es schafften, ihr Land innerhalb eines Jahres in die Heimat des frei flottierenden Wahnsinns zu verwandeln, eines Landes, in dessen öffentlichem Diskurs mittlerweile Umgangsformen üblich sind, wie sie kurz vor dem Beginn einer Kneipenschägerei gebräuchlich sein mögen und in dem besonnene Stimmen der Vernunft wie zum Beispiel die von General a. D. Harald Kujat, Willy Wimmer oder Rupert Scholz kaum noch zu vernehmen sind.

Sei‘s drum - am Rande erwähnt sei noch, dass die Preise, zum Beispiel in Restaurants und Cafés, für Museen und auch für Parkplätze, für einen Kurort mit etlichen Fünf-Sterne-Hotels ausgesprochen moderat sind. Für 9 Złoty = 2,11 € bekommt man einen großen Milchkaffee, für 45 Złoty = 10,60 € kann man im Marine Hotel ein Fahrrad für den ganzen Tag mieten, ein - sofern man das mag - Bacon Clubhouse Beef Menü kostet 12,90 Złoty = 3,03 €, in Berlin kostet das 6,99 €. (Tageskurs vom 25.10.2015 1 € = 4,26 zł; Preise 43. KW 2015)

Zusammenfassend kann ich sagen, dass eine Reise nach Kolberg unbedingt empfehlenswert und der Aufenthalt dort außerordentlich entspannend und quasi en passant lehrreich ist. Dem Leser dürfte meine Sympathie für Polen und sein Landsleute nicht entgangen sein, sie ist allerdings viel älter als die Kolberg-Reise, sie resultiert aus meinem ersten Urlaub ohne elterliche Begleitung im Alter von sechzehn Jahren mit meiner damaligen Freundin in Gdansk (Danzig) und Gdynia (Gdingen).

Hier   alle Fotos meiner Kolbergreise...

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Marine Hotel Blick vom Balkon des Zimmers aufs Meer Das Hotel nachts Historisches Patrizierhaus Eingang zum Museum polnischer Waffen

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Historisches Patrizierhaus Außengelände des Museums polnischer Waffen ul. Emilii Gierczak ul. Mariacka Blick auf den Dom aus der ul. Mariacka

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ul. Mariacka Kolberger Dom - Marienbasilika Marienbasilika Das Domportal Beichtstuhl

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In der Basilika Siebenarmiger Leuchter (von Hans Apengeter, 1327) In der Basilika In der Basilika Blick vom Domturm Richtung Osten

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Blick vom Domturm Richtung Norden, im Hintergund die Ostsee Blick vom Domturm Richtung Nordwest/Hafen Blick vom Domturm Richtung Süden Blick vom Domturm Richtung Südost Ostflügel der Marienbasilika

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Das Milleniumdenkmal an der Nordseite - siehe Fußnote 1 Nordseite des Doms aus der ul. Armii Krajowej Plac Ratuszowy - Rathausplatz Das Kolberger Rathaus - 1829 bis 1831 von Ernst Friedrich Zwirner... erbaut nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel

ul. Gieldowa ul. Gierczak ppor. Edmunda Lopuskiego Diune Hotel Pomnik Sanitariuszki - siehe Fußnote 2

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Seebrücke in Kolberg Pomnik Zaślubin Polski z Morzem - siehe Fußnote 3 Blick von der Uferpromenade auf die Hafenausfahrt Leuchtturm, 1945 auf den Resten des Forts Münde erbaut Leuchtturm

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ul. Cicha Blick von der Ostmole auf die Hafenausfahrt Blick von der Ostmole auf den Hafen Blick von der Ostmole auf die Strandpromenade Fähre nach Bornholm

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Naturschutzgebiet zwischen Kolberg... ...und Bagicz (Bodenhagen) Seen im Naturschutzgebiet Blick über die Düne Im Museum polnischer Waffen

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Ulanen der Polnischen Adelsrepublik - siehe Fußnote 4 Verschiedene Wappen und Orden aus der Zweiten Republik Panorama und Waffen zur Belagerung von Kolberg... ...(04.03.-18.03.1945) während der Schlacht um Ostpommern Verschiedene russische und US-amerikanische Militär-KFZ

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Ein Bronjetransporter BTR-152, in der NVA und von Fans... ...liebevoll "Eisenschwein" genannt und der... ...im beliebten Romanzyklus T93 eine tragende Rolle spielt. Schützenpanzerwagen BRDM-2 und BRDM-1 Panzerabwehrlenkraketen auf GAZ-69

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BTR-152K Diverse Panzerabwehrkanonen Diverse Panzerabwehrkanonen Eine Mündungsbremse Kanonenhaubitze, den Typ kann ich nicht zuordnen

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122-mm-Haubitze M1938 (M-30), in der NVA... ...unter der Bezeichnung H38 im Einsatz, siehe Fußnote 5 152-mm-Haubitze M1943 (D-1) 152-mm-Kanonenhaubitze M1937 (ML-20) Diverse Flugabwehrkanonen

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Boden-Luft-Rakete S-75 Dwina (Flugabwehr) Abfangjäger Mikojan-Gurewitsch MiG-21 T34 Modell 1941/42 und Modell 1944 Arillerie-Selbstfahrlafetten (keine Panzer) Boden-Boden-Rakete 9K72 Elbrus

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Salinen-Redoute auf der Salzinsel,... ...1832-1836 als Wasserfestung errichtet. Salinen-Redoute Übersichtsplan Kolberger Meeres-Freilichtmuseum Blick vom Eingang in das Meeres-Freilichtmuseum

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Flugabwherkanone, wahrscheinlich AK-230 Beschreibungstafel zum... ...Patrouillenboot "OPR Projekt 921 Fala" Navigationsraum (mit nachträglich eingelegter Karte) Maschinenraum

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Schiffsdiesel Auf der Brücke Raketenschiff Projekt 205 "Moskit",... ...NATO-Bezeichnung "Osa-Klasse" Kombüse

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Feuerleitstelle Einer der drei Diesel-Sternmotoren Swesda M503 Auf der Brücke Offiziersmesse Funkraum

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Mannschaftsquartier, im Bug untergebracht Toilette Waschgelegenheit Blick auf das Raketenschiff Blick vom Schiff in den Hafen

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Blick vom Schiff in den Hafen Im Hafen Im Hafen Im Hafen Im Hafen

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Im Hafen Im Hafen Stadtmuseum im Braunschweigschen Haus Museum für Stadtgeschichte Museum für Stadtgeschichte

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Museum für Stadtgeschichte Museum für Stadtgeschichte Museum für Stadtgeschichte Museum für Stadtgeschichte Museum für Stadtgeschichte

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Museum für Stadtgeschichte Museum für Stadtgeschichte Museum für Stadtgeschichte Blick auf die Seebrücke Ein etwas stürmischer Tag

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Blick auf den Hafen Blick nach Osten in Richtung Hotel Wie gesagt - stürmisch Uferpromenade Im Hintergund das Marine Hotel

[1] Das Milleniumdenkmal wurde anlässlich der Tausendjahrfeier der Bistumgsgründung in Kolberg errichtet. Otto III. initiierte im Akt von Gnesen (siehe auch Ottos Aktivitäten im Osten) die Errichtung der Kirchenprovinz Gnesen, der die Bistümer Kolberg, Krakau und Breslau als Suffragane unterstellt wurden und was politisch zu einer Stärkung und Machtausweitung Bołeslaws führte. (Suffragane bzw. Suffragandiözese sind Verwaltungsbezirke der römisch-katholischen Kirche als Teile einer Kirchenprovinz ist, die aber im Gegensatz zur Erzdiözese in der Kirchenprovinz keine leitende Funktion haben. So sind z.B. dem Erzbistum Berlin als Erzdiözese die Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz als Suffragandiözesen zugeordnet.) Das Denkmal soll darüber hinaus ein Symbol für die deutsch-polnische Versöhnung sein. Es zeigt Otto III. (geb. Juni oder Juli 980, gest. 23. oder 24.01.1002), seit 994 Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, und den polnischen König Bołeslaw Chrobry ("der Tapfere", geb. 965 oder 967, gest. 17.06.1025). Das geteilte Kreuz im Hintergrund symbolisiert die durch Kriege zerstörte Eintracht der beiden Völker, die Taube mit Olivenzweig und die Päpste (der Neuzeit) beider Länder die Versöhnung. In der ursprünglichen Version waren die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. noch nicht dabei, ich konnte aber nicht herausfinden, wann sie sozusagen nachinstalliert wurden.
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[2] Das Pomnik Sanitariuszki - Denkmal der Sanitäterin - steht in der ul. Sikorskiego und wurde 1980 von Adolf Cogiel geschaffen. Die Bronzeplastik stellt eine Sanitäterin dar, die einen verletzten Soldaten versorgt. Das Motiv ist die Sanitäterin Ewelina Nowak, die bei den Kämpfen um die Stadt im März 1945 fiel, Cogiel bildete das Gesicht der jungen Frau nach Fotos.
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[3] Das Pomnik Zaślubin Polski z Morzem - Denkmal der Vermählung Polens mit dem Meer - steht am bulwar Jana Szymańskiego in umnittelbarer Strandnähe und wurde 1963 von Wiktor Tołkin geschaffen. Es erinnert an die symbolische Vermählung mit dem Meer, die am 18. März 1945 am Tag der Eroberung Kolbergs stattfand. Das Vermählungsakt mit dem Meer symbolisierte das Erlangen des Zugangs zum Meer durch Polen nach dem Zweiten Weltkrieg, er fand am Fort Münde statt, auf dem der Leuchtturm steht.
Historische Aufnahmen: Bild 1, Bild 1. Quelle: EinesTages/SPON (Der Artikel ist ausgesprochen dämlich und beweist letztlich nur, dass dem Autor - wie hierzulande allgemein üblich - jeder Sinn fürs Patriotische abgeht.)
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[4] Die Reiterulanen der Königlichen Republik der Polnischen Krone und des Großfürstentums Litauen (1569–1795) waren wesentlich am Entsatz Wiens während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung beteiligt.
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[5] Die H38, wie die M-30 in der NVA genannt wurde, mag auf den ersten und vielleicht auch zweiten Blick arg antiquiert erscheinen, sie war jedoch eine robuste, praktisch unverwüstliche, leicht zu justierende und - sofern man über halbwegs solide Grundkenntnisse der Trigonometrie verfügt - einfach zu bedienende Waffe. Sie war darüber hinaus vielfältig einsetzbar, nämlich sowohl im oberen Winkelbereich im indirekten Richten zur Bekämpfung von Zielen außerhalb des Sichtbereichs (Niederhalten von Truppen, Sperrfeuer usw.) als auch im direkten Richten, zum Beispiel zur Panzerbekämpfung, wobei sie präzise Treffer ermöglichte. Hier und hier sind weitere Informationen und technische Details zu finden. Natürlich konnte man mit der H38 auch allerlei Unfug anstellen, hier ein Beispiel dafür.
Die H38 war die vermutlich meistgebaute Artilleriewaffe, allein in der Sowjetunion wurden in der Zeit von 1940 bis 1955 19.266 Stück gebaut, dazu kamen Lizenproduktionen in China, Polen, Rumänien und der DDR, deren Stückzahlen nicht bekannt sind. Die Geräte, die ich während meiner Zeit als Zeitsoldat in der Artilleriebatterie des MSR 7 in der 7. Panzerdivision der NVA kennenlernte, waren in einem guten Zustand, wobei bei allen Haubitzen im Lauf der Jahre die Räder, das Rohr inklusive der Rohrrücklaufbremse und der gesamte Verschlussblock ausgetauscht wurde und nur noch die Lafette original war. Das stellte ich fest, als wir die gesamte Lackschicht entfernten und auf dem Lafettenholm meines Geschützes auf der Seite des Richtkanoniers die eigeschlagenen Kreuze für die Zahl der Panzerabschüsse sichtbar wurden, welche die Soldaten der Roten Armee hinterlassen hatten - es waren neun.
Apropos Zweiter Weltkrieg - die Wehrmacht erbeutete im ersten Jahr des Krieges gegen die UdSSR größere Mengen der H38 und fand die Waffe so gut, dass sie diese unter der Bezeichnung 12,2 cm s.F.H.396(r) - s.F.H. als Kürzel für schwere Feldhaubitze - in ihren Bestand aufnahm und eine eigene Munitionsproduktion mit beachtlichem Ausstoß aufzog - 424.000 Munitionssätze (Granate, Kartusche und Treibladung) im Jahr 1943, 696.700 Sätze 1944 und 133.000 im Jahr 1945. Die IDF kamen während verschiedener Konflikte, zum Beispiel im Sechs-Tage-Krieg, in den Besitz zahlreicher M-30-Haubitzen, inwieweit diese von den IDF genutzt wurden, ist aber nicht dokumentiert. Der britische Militärhistoriker Ian Hogg kam zu dem Fazit, dass die H38 das "most prolific piece of artillery in history" gewesen sei. (Hogg, Ian V.: Allied Artilllery of World War Two. Crowood Press. 2001) Zum Zustand der Waffen in der NVA schreibt Generalleutnant a. D. Wolfgang Neidhardt in einem Bericht: "Die Zeiträume der Verwendungsfähigkeit von Waffensystemen sind sehr unterschiedlich. Die 122-mm-Haubitzen M30, 120-mm-Granat-werfer oder der Panzer T 55 galten mit einem Lebensalter von über 35 Jahren durchaus als einsatzfähige Waffensysteme. Für die Technik der NVA existierte ein durchgängiges System von Durchsichten, Wartung und Instandsetzung. Das betraf Maßnahmen in der Truppe und in Betrieben der Volkswirtschaft. Die Instandsetzungen und Modernisierungen in den Betrieben der Volkswirtschaft wirkten lebensverlängernd und wirkungssteigernd. Dieses System erfaßte sowohl werterhaltende als auch wertsteigernde Maßnahmen, es war die Grundlage dafür, dass sich die Technik bei der Übergabe in einem guten bis sehr gutem Zustand befand." (Neidhardt, Wolfgang: Die Verwertung des Sachvermögens der NVA. Hrsg: Deutscher Bundeswehrverband. Landesverband Ost, Arbeitsgruppe Geschichte und Integration. o.J. Stand: 30.10.2015)
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