Mittwoch, 23. August 2017
 

The Royal Drummers of Burundi

Am 6. März 2014 traten in der Aula der Fritz-Karsen-Schule The Royal Drummers of Burundi auf, die anlässlich der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin weilten.

In Burundi gelten Trommeln als heilige Objekte und die Kunst sowie das Privileg, sie zu spielen, wird vom Vater an den Sohn weitergegeben. Ursprünglich begleiteten die Königlichen Trommler die Monarchen auf Reisen und traten bei hoheitlichen Zeremonien anlässlich von Geburten, Beerdigungen, Hochzeiten und Krönungen der Mwami, das war der Titel eines Königs in Burundi, auf. Heute spielen sie auf lokalen Festen und anlässlich nationaler Feiertage, von den Rundi, so heißen die Bewohner von Burundi, werden sie als die wichtigsten Vertreter der musikalischen Tradition ihres Landes angesehen. Die Trommeln selbst werden aus dem Stamm eines Baumes gefertigt, der nur im Zentrum von Burundi wächst, die Rundi nennen ihn d' umuvugangom, was in etwa "der Baum, der die Trommel sprechen macht" bedeutet. Die Stämme werden ausgehöhlt und mit getrocknetem Tierhäuten bespannt.

Auf der Bühne stehen die Trommeln in einem großen Halbkreis und in der Mitte steht die bemalte Inkiranya als zentrale Trommel, die im Laufe eines Stückes abwechselnd von allen Trommlern gespielt wird. Während des Spiels der Inkiranya tanzen und springen die Trommler mit enormer Ausdruckskraft und akrobatischem Geschick um das Instrument. Hinter der Inkiranya stehen im Halbrund die Amashako-Trommeln, die einem kontinuierlichen Schlagrhythmus folgen, und die Ibishikiso-Trommeln, die dem von der Inkiranya vorgegebenen Rhythmus folgen und ihn improvisieren.

Seit die Royal Drummers of Burundi 1982 auf dem ersten WOMAD-Festival (World of Music, Arts and Dance, eine von Peter Gabriel ins Leben gerufene Festivalreihe, bei der Musik, Kunst und Tanz aus verschiedenen Kulturen aufgeführt wird) Großbritannien - wie der "New Musical Express" konstatierte, "im Sturm erorbert" hatten, übten sie einen großen Einfluss auf Musiker wie The Clash, Joni Mitchell, Echo and the Bunnymen, Malcolm MacLaren und zahlreiche andere aus. So wurde auch Bill Bruford, Jazz-Schlagzeuger und langjähriger Drummer in den Progessive-Rock-Bands King Crimson und Yes, von den Royal Drummers of Burundi inspiriert - ihn faszinierte der Sound "of lots of hands hitting drums at roughly the same time". Das Fachmagazin für Drumming und Percussion "Rhythm" befand, dass die Improvisation der Trommler der Royal Drummers of Burundi im Gleichklang eine Leistung ist, die selbst unter den Besten westlicher Drummer und Percussionisten ihresgleichen sucht.

Fotos: © Karin Müller

Links:
Webseite - The Royal Drummers of Burundi http://www.heavenlyplanet.com/featured/dob.html
YouTube: The Royal Drummers of Burundi auf der WOMAD 2010 in Abudhabi http://www.youtube.com/watch?v=WAgzvKBWD7c
Wikipedia-Artikel über Burundi http://de.wikipedia.org/wiki/Burundi