Mittwoch, 18. Oktober 2017
 

Lon Milo DuQuette im King Kong Klub

Lon Milo DuQuette war in der Stadt - am 26.09.2012 trat DuQuette im King Kong Klub auf. Angekündigt war das als Vortrag zum Thema "The Magick of Thelema. A Sacred Heresy for the 21st Century", weswegen ich mich eigentlich auf zwei Stunden gepflegte Langweile eingestellt hatte, doch davon konnte mit DuQuette's Auftritt nicht die Rede sein.

Lon Milo DuQuette am 26.09.2012 im King Kong Klub - Mentopia.net Der Abend wurde sehr interessant, unterhaltsam und in mancherlei Hinsicht lehrreich (letzteres freilich nicht unbedingt in der Weise, wie die Veranstalter sich das gedacht haben mögen, was aber nichts mit DuQuette's Auftritt zu tun hat). Zwar ginge es nicht wirklich um Magick, sondern vielmehr um Religiosität, was von einem Erzbischof der Ecclesia Gnostica Catholica aber auch nicht anders zu erwarten war, und sonderlich häretisch war das Ganze auch nicht. Aber DuQuette ist höchst authentisch, dabei erfreulich uneitel und auf intelligente Weise unterhaltsam, so z.B. seine Schilderung, wie er zum ersten Mal mit dem Thoth-Tarot zu tun hatte und ob des darin offenkundig erkennbaren "Satanismus" erschrak, bis sein Freund Mad Bob befand, dass dies, wenn es denn Satanismus wäre, "a good kind of satanism" sei. Köstlich! Der Wechsel zwischen Erzählung (in sehr klar artikulierter Sprache und wirklich gut verständlichem Englisch) und Gesang zur Gitarre machte das Ganze kurzweilig bis spannend, wobei die Lieder thematisch zum Erzählten passten. Der Musikstil lässt sich wohl am besten als Americana beschreiben, ich fühlte mich öfter mal an beispielsweise Bonnie Prince Billy erinnert, wie er auf den Scheiben "Master & Everyone" und "The Letting Go" klingt. Ist zwar nicht jedermanns Geschmack, war aber sauber und mit solider Kunstfertigkeit vorgetragen.

Insgesamt war das ein gelungener Abend, wofür Claas und den anderen Organisatoren gedankt sei. Enttäuscht hat eigentlich nur der Umstand, dass das Publikum wirklich sehr überschaubar war. Ich hatte einen deutlich größeren Zuspruch erwartet und Lon Milo DuQuette hätte ihn auf jeden Fall verdient.